Unser Trinkwasser für die Zukunft sichern

Den Grundwasserkreislauf schließen



Warum das Fuhrberger Feld uns alle betrifft

Im Fuhrberger Feld sorgen insgesamt 222 Vertikalfilterbrunnen und sieben Horizontalfilterbrunnen dafür, dass das Grundwasser gewonnen werden kann. Über die Wasserwerke Fuhrberg und Elze-Berkhof werden heute ca. 90 Prozent des Trinkwassers für Hannover und große Teile der Region gewonnen und rund 700.000 Menschen mit Wasser aus diesem Gebiet versorgt.

Fördermengen im Fuhrberger Feld

Das folgende Bild bezieht sich auf die genehmigten Entnahmemengen.


Warum der Klimawandel das Fuhrberger Feld vor neue Herausforderungen stellt

Das Fuhrberger Feld steht zunehmend unter Druck. Der Klimawandel verändert die Wasserverfügbarkeit und den Wasserbedarf in vielen Bereichen. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an den Umgang mit Starkregen, Trockenperioden und Hitzeereignissen zu.

Veränderung der Niederschlagsmengen

Langjährige Messungen zeigen, dass die Niederschläge ungünstig verteilt sind und insbesondere im Fuhrberger Feld nicht nur in den Sommermonaten, sondern auch im hydrologischen Winterhalbjahr abnehmen. Der Niederschlag im Winterhalbjahr ist jedoch entscheidend für die Grundwasserneubildung, da in dieser Zeit nur wenig Wasser verdunstet und die Pflanzen kaum Wasser aufnehmen. So kann ein großer Teil des Niederschlags im Boden versickern und das Grundwasser auffüllen.

Quelle: Klimadaten des Climate Data Centers (CDC) des Deutschen Wetterdienstes


Klimawandel verringert die Grundwasserneubildung

Durch den Klimawandel ist die Durchschnittstemperatur in unserer Region bereits um rund 2,5 °C gestiegen. Dadurch beginnt die Vegetationsperiode früher und dauert heute etwa vier Wochen länger als früher. Pflanzen entziehen dem Boden deshalb über einen längeren Zeitraum Wasser, gleichzeitig nimmt die Verdunstung zu.

Die klimatische Wasserbilanz – also die Differenz zwischen Niederschlag und Verdunstung – fällt dadurch zunehmend negativer aus. Gleichzeitig gehen die Winterniederschläge zurück. Dadurch bleibt insgesamt weniger Wasser für die Grundwasserneubildung übrig.

Die Folgen zeigen sich bereits heute: Die Grundwasserstände steigen im Winter weniger stark an und sinken im Sommer auf niedrigere Werte als früher. Langjährige Messreihen des NLWKN bestätigen diesen Trend. Setzt sich diese Entwicklung fort, wird die Grundwasserneubildung weiter abnehmen und die sichere Trinkwasserversorgung langfristig vor neue Herausforderungen stellen.


Warum die Rückführung des Wassers ins Fuhrberger Feld essenziell ist

Das Trinkwasser aus dem Fuhrberger Feld wird täglich von Hunderttausenden Menschen genutzt. Nach dem Gebrauch gelangt es als Abwasser in die Kläranlagen der Stadt und Region Hannover. Dort wird es in mehreren Reinigungsstufen von Schmutz- und Schadstoffen befreit und anschließend in die Leine bzw. die Wietze eingeleitet. Über Aller und Weser fließt es schließlich in die Nordsee und geht dem Wasserkreislauf des Fuhrberger Feldes dauerhaft verloren.

Die vierte Reinigungsstufe

Die bisherige Abwasserreinigung entfernt zwar den überwiegenden Teil der Verunreinigungen, viele Mikroschadstoffe – beispielsweise Arzneimittelrückstände, Hormone oder Rückstände von Haushalts- und Industriechemikalien – bleiben jedoch teilweise im Wasser zurück. Die Einführung einer zusätzlichen vierten Reinigungsstufe könnte einen Großteil dieser Spurenstoffe zusätzlich entfernen und schafft damit eine deutlich höhere Wasserqualität, welche die Voraussetzung für eine Rückführung ist.

Den Kreislauf schließen

Damit würde sich die Chance eröffnen, das gereinigte Wasser künftig nicht mehr vollständig über die Leine bzw. Wietze abzuleiten, sondern in das Fuhrberger Feld zurückzuführen und dort gezielt versickern zu lassen. So könnte neues Grundwasser entstehen und der natürliche Wasserkreislauf weitgehend geschlossen werden.

Gerade angesichts des Klimawandels mit längeren Trockenperioden, sinkender Grundwasserstände und eines steigenden Wasserbedarfs ist dies von entscheidender Bedeutung.

Langfristig reicht es nicht aus, nur sauberes Trinkwasser zu fördern – es muss auch dafür gesorgt werden, dass genügend Wasser im Grundwasserleiter verbleibt oder wieder dorthin zurückkehrt. Die Kombination aus einer vierten Reinigungsstufe und der Rückführung des gereinigten Wassers könnte deshalb einen entscheidenden Beitrag leisten, die Trinkwasserversorgung der Region Hannover auch für kommende Generationen zu sichern.


Was können SIE tun?

Aktuell läuft das Genehmigungsverfahren für die weitere Entnahme des Grundwassers und entsprechende Rahmenbedingungen und Auflagen könnten hier noch Berücksichtigung finden.

Sprechen Sie Ihre Vertreter in Politik und Verwaltung auf dieses wichtige Thema an und machen Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis darauf aufmerksam.



Ein Informationsprojekt des Waldeigentümer im Absenkungsgebiet Fuhrberger Feld e. V.
in Zusammenarbeit mit dem Klimabeirat der Gemeinde Wedemark.


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